WERKSCHAU

GEMÄLDE

Trans – Art

1984 entdeckte er mit der transsibirischen Eisenbahn die damalige UdSSR, bereiste die Mongolei, China, Honkong und Bangkok. Diese Reise setzte neue Akzente in seinem Schaffen. Er nimmt Eindrücke wahr, erlebt sie intensiv und verdichtet sie in konsequenter Denkarbeit. Erst viel später entstehen seine Werke aus verarbeiteter Erkenntniserfahrung.

Von stabil zu bewegt, von Fläche zu Volumen, von Ortsgebundenheit zu Flucht, von formgeschlossenen Kuben zur Auflösung von Grenzen. Diese Durchstösse und Verwandlungen von Materie in Kraftfelder in den Bildern stehen unter dem Begriff TRANS – ART.

Schwerelos Trans – Art 1984
  Acryl / Holz 57 / 63,3 cm

Koinzidenzen

Ab 1991 entstand der Bildzyklus „Koinzidenz der Farbensprache“ in dem Berührungspunkte und seine arbeitende Kraft koinzidieren.

Reproduzierende Anatomie Koinzidenzen 1991
                Tempera / Leinwand 97 / 146 cm

Mauresken

Nach einem Aufenthalt in Marokko und im Jemen in den 90er Jahren entstanden die Zyklen „Marokko“ mit Holz – und Linolschnitten, sowie Radierungen, Zeichnungen und Aquarellen, „Jemen im Bild“ und die  „Mauresken“ bestehend aus Acrylbildern.

Die Mauresken, so der Titel des floralen und polygonalen Bildzyklus, der seit 1995 am Entstehen ist sind der persönliche Entwurf eines gestalteten Universums das den weiten Kreis des in der Welt seins umfasst: die Erde mit ihren Steinen, Pflanzen, Tieren, dem Wasser und dem Menschen in seinem kulturellen und natürlichen Kontext. Die Planeten und Gestirne in ihren Bahnen.

                                        Blumenkönig Mauresken 2006 / 2015
                                        Acryl / Holz 71 / 72,5 cm

Heilige Kraft des OM MANI PADME HUM

Eine Reise und ein Aufenthalt in Nepal und Tibet 1998 gaben Anlass zum Zyklus „Heilige Kraft des OM MANI PADME HUM“. Die Bildtafeln wurden 2000 während einer Ausstellung im Songtsen – House in Zürich von buddhistischen Mönchen aus Daramsala geweiht indem sie das Mantra rezitierten.

Der grosse Manistein von Svayambunath 2. Fassung 1998 / 99 (NTZNr. 19)
Mischtechnik / Kasein / Nepalpapier / Holztafel

Die Eindrücke der Reise durch Nepal und Tibet füllten meine Skizzenbücher mit Zeichnungen, Aquarellen und Abreibungen der Manisteine. Die Steine der Weisen, das Wunsch – Juwel, das fünfsilbige Mantra „Om Mani Padme Hum“ begegneten mir auf der ganzen Reise.

Die drei Bildbände beinhalten meine fotografischen Notizen. Es sind unmittelbare Begegnungen und Berührung mit den Menschen und ihrer jeweiligen Umgebung.

Der erste Band „Nepal: Geheimnisvolles Wechselspiel“ zeigt die klimatischen, landschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Gegensätze eines Landes auf, die durch seine starke vertikale Gliederung am Südhang des Himalayas geprägt sind.

Die Bände zwei und drei „Der Weg zum blendend weissen Dom des Kailash“ und „Tibet: Land der unendlichen Weite“ beschreiben den Weg und die Eindrücke eines Pilgers, der aus tiefen, dunklen Tälern in ein Land des Lichts hinaufsteigt, dessen fast vegetationslose Berge in den reinsten, beinahe transparenten Pastellfarben erscheinen. Gelbe, orangefarbene, rote und violette Töne der unendlichen Landschaft berühren einen tiefblauen Himmel.

Vor ihm liegen grosse blaue Seen umgeben von smaragdgrünem Weideland und goldenen Hügeln. In der Ferne erhebt sich die Kette von Schneebergen in deren Mitte der blendend weisse Dom des Kailash aufragt.

Der Weg zum blendend weissen Dom des Kailash 2000
Holzschnitt schwarz / weiss E/A I / III Druckstock 15,9 / 41,8 cm

Schattenriss

Der Zyklus „Schattenriss“, entwickelt aus dem Tuchbruch, war die vorläufige Summe meiner bildnerischen Tätigkeit. Während in den Blättern des „Tuchbruchs“ collagierte Elemente Ausgangspunkt zur druckgrafischen Umsetzung waren werden diese jetzt direkt in das Bild eingesetzt.

Ein und dasselbe Ziel 2012
Mischtechnik / Holz 58 / 47,5 cm

Facoschni

1983 / 2016 schliesst sich ein Arbeitskreis im Bildzyklus „Facoschni“ (Farbe, Collage, Schnitt)

Sägeknochen, weiss wie das des Clowns 1983 / 2016
Acryl / Papier 77 / 58 cm

Leuchtende Bahnen

Die „Leuchtenden Bahnen“ 2022 sind eine Zusammenfassung meines malerischen Werks. Farbe ist Licht. Reine Naturpigmente aufgetragen in formalen Flächen sind wie: ein Novemberherz im Rhythmus der endlosen Weite wie Eisblumen im Glanz der schäumenden Wellen wie ein Eisfluss dessen Gletscherspalten wie Smaragde leuchten wie Lippen die Blumen küssen wie Seepferdchen im Sternenregen

Spiel an sich als Gegenüber 2020 / 19
Reine Naturpigmente / Acryl / Papier 29,9 / 29,7 cm

GRAFIK

Grafik begleitet mich ein Leben lang. Ich erlebe sie als eingraviertes, geschnittenes stimulierendes, reflektierendes Zeichen auf Metallplatten, Linol – oder Holzstöcken. Jedoch nicht dieser Druckstock, sondern das danach Gedruckte verkörpert den einzigen originalen Bildträger.

Bewusstseinsschwelle 1991
Kaltnadel / Radierung E/A I / X Plattenformat 10,2 / 8,4 cm

Menschliche Existenzen

Ein Südamerikaaufenthalt und die unmittelbare Rückkehr nach Zürich veranlassten 1987 zum Aufbruch des Werkzyklus „Menschliche Existenzen“. 1988 wurden 42 Holz – und Linolschnitte aus diesem Zyklus von der Stiftung für die grafische Kunst in der Schweiz mit einem Preis ausgezeichnet.

Menschliche Existenzen 1987
42 Holz – und Linolschnitte in 3 Mappen

Jemen im Bild

Mit zeichnerischen und fotografischen Notizen der Landschaft und ihrer Menschen, deren Charaktere und Lebensweisen durch sie geprägt sind, versuche ich meine Eindrücke einer Reise durch Jemen zu verarbeiten.

Jemen im Bild 1996
Linolschnitt Druckstock 27,6 / 20 cm
Titelseite zum gleichnamigen Fotobildband

Nexus

Der „Nexus“ Aquatintablätter 1988 bis 2018 waren sein Versuch, den grossen Zusammenhang umfassender Themen wie der Mensch, die Natur und Kultur – dem schöpferischen Leben schlechthin – bildhaft zu gestalten, sicht – und spürbar zu machen mittels geometrischer Strukturen und Formen, den eigentlich geheimen Grundstrukturen der Natur.

Durch Säulen in den Garten schauend 2004
Nexusmappe 3 Blattnummer 4 Farbaquatinta E/A I / V

Tuchbruch

In der grafischen Arbeit entwickelte ich seit 2005 ein eigenes Tiefdruckverfahren, das ich Colliprint nenne (Collage, Licht, Druck). Im Wesentlichen entstehen die Zyklen „Tuchbruch“ 2010 und „Strukat“ 2018.

Verwobener Sonderling Tuchbruch 21, 2011
Colliprint schwarz / weiss 30 / 31 cm

Strukat

Die Blätter des vorliegenden Werkzyklus bestehen vorwiegend aus abstrahierten Strukturen und sind die Fortsetzung der Zyklen „Tuchbruch“ und „Zeitreise“, deren Ausdruck sich vor allem durch verhüllende und enthüllende  Stoffe manifestierte.

Durch minimale Verzüge der Geometrie scheinen die Objekte gleichzeitig zu stehen oder zu liegen, zu schweben oder zu sinken, zu fliessen oder aufzustreben, in alle Richtungen gleichzeitig zu ziehen, sich zu drehen, den Raum zu durchmessen, ihn für sich in Anspruch zu nehmen, ihn zeitlich begrenzt zu gestalten. Zeitlich begrenzt deshalb, weil der Betrachter bestimmt, wie lange es fliesst, sinkt, schwebt, strebt, steht, sich dreht, ob eine Fläche Fläche bleibt, oder zum Körper und zur Linie wird.

Quadrazerrmit 2013
Colliprint blau / schwarz épreuves d’état I/III 38 / 52 cm

FOTOGRAFIE

Seit den Anfängen meines Schaffens begleitet mich die Fotografie. Insbesondere während meiner Reisen war sie eine treue Begleiterin. Sie erlaubte es mir spontane endliche Eindrücke und Experimente einzufangen und so haltbar zu machen.

Eisschädel liebt Abenddämmerung, 2022
Eisskulptur und Fotografie von Jean – Pierre Schmid

Weitere Einblicke in mein Werk gewähre ich gerne im privaten Rahmen.


SKULPTUR

Die Skulptur, vorzugsweise Arbeiten in Ton, Gips und Bronce, fordert mich heraus indem ich die Dreidimensionalität annehme: eingehe, agiere, reagiere und artikuliere mit dem Material Tonerde oder Gips. Es bedeutet für mich ein unglaublich bereichernder Prozess sich in der räumlichen Totalität zu bewegen, zu formen, sich von allen Seiten an das bildnerische Werk heranzutasten und zu gestalten.

Zu Beginn interessierte mich vor allem die menschliche Gestalt, doch immer mehr beschäftigen mich  Naturformen wie Steine, Nüsse, Schalen, Muscheln, Versteinerungen und Ammoniten.

Die Kraft der Abbildung weicht einer abstrahierten Formgebung, der Reduktion auf das Wesentliche, das in seinem ausbalancierten Gleichgewicht skulptural in seinem Volumen, Raum und Licht strahlt.

Körper 1 Masculin 1980 Gips, Höhe 55 cm
Körper 8, 1982 bis 87 Gips Höhe 80 cm